Aus der
Tabelle sind unter anderem fünf Beobachtungen zu machen:
1. Interpunktion Fragezeichen und Ausrufezeichen tauchen in Schillers Drama weitaus häufiger auf; "Die Räuber" ist ein Drama voller Pathos und Ethos, Kleists "Kohlhaas" nur eine von Kommata und Schachtelsätzen übersäte Novellen-Landschaft, so dass sogar meine Wenigkeit, als Verfechter des Nominalstils und der Meinung, dass ein Satz nicht (!) kompliziert genug sein kann, stolz drauf wäre Urheber zu sein. ;)
2. 'El-Oh-Vee-Ih', oh dich vergess' ich nie!Das kleine aber so bedeutungsschwangere Wort Liebe taucht bei Schiller vermutlich häufiger auf, da der Aufhänger bzw. die Story als solche sich um die Beziehung der Moor-Brüder dreht (ja, ich hab noch nicht soooo viel gelesen, ich vermute einfach mal in's Blaue hinein).
Kohlhaas hingegen erzürnt eher über den Staat - wer 'lieb't schon seinen Freund und Helfer ...
3. Geplanter Totschlag = ?Mord! Wo Liebe ist, ist Hass nicht fern. Bei den
Schurken geht es wohl heiß her, das Wort 'Mord' kommt praktisch dreimal so häufig vor wie im
Hasenkohl - vielleicht sollte ich doch mal weiterlesen?! (ganz nebenbei: guckt euch AMERICAN GANGSTER an!!)
4. personae (non) grataeIm "Kohlhaas" ist 'Fürst' ähnlich oft zu finden wie 'Vater' oder auch 'Bruder' (ja, ok, nicht ganz >.<) bei den Räubern - verständlicherweise werden die Handlungsrelevanten Personen sehr häufig erwähnt. Diese Beobachtung sollte man natürlich nicht versuchen bei (Vor)Namen festzustellen - wer 'Kohlhaas' in Schillers "Räuber" sucht kann das tun, bis er den Kohl von unten sieht...
5. klein <=> ?Da die Nulpe Schiller einen ähnlich limitierten Wortschatz hatte wie sein Schundliteratenkollege Kleist ist bei den beiden das Wort 'groß' praktisch gleichhäufig zu finden.
Danke für die Aufmerksamkeit, und nicht immer alles zu ernst nehmen ;)
ps: Darf ich in meiner nächsten Deutschklausur auch das Wort 'lesbar
er' verwenden, oder wird das dann als Angriff auf die Logik gesehen ^^