Donnerstag, 29. November 2007

Sind das die Moors?

Karl: Ein sehr entschlossener wie auch düsterer Blick. Schwerpunkt ist ganz klar auf die härtere Seite in ihm gesetzt, bzw. erscheint es so; durch gegebene Beleuchtung und Demaskierung wäre es durchaus möglich die litargisch wirkende Melancholie in ihm zum Vorschein zu bringen.



Amalia: Überzeugende äußerliche Schönheit. Die Blumen im Haar und das weiße Kleid stellen ihre liebliche, beinahe unschuldige, Seite dar, wohingegen ihr intrigant wirkender, saturierter Blick und das Herumspielen am Haar - man könnte sagen ihr ganzes Auftreten - auch von einer Selbstsicherheit zeugen: Sie scheint genau zu wissen was sie will und wickelt alle nur um ihren Finger!?

Mittwoch, 28. November 2007

Wort gegen Wort - ein Kampf um alles und nichts!

Aus der Tabelle sind unter anderem fünf Beobachtungen zu machen:

1. Interpunktion
Fragezeichen und Ausrufezeichen tauchen in Schillers Drama weitaus häufiger auf; "Die Räuber" ist ein Drama voller Pathos und Ethos, Kleists "Kohlhaas" nur eine von Kommata und Schachtelsätzen übersäte Novellen-Landschaft, so dass sogar meine Wenigkeit, als Verfechter des Nominalstils und der Meinung, dass ein Satz nicht (!) kompliziert genug sein kann, stolz drauf wäre Urheber zu sein. ;)

2. 'El-Oh-Vee-Ih', oh dich vergess' ich nie!
Das kleine aber so bedeutungsschwangere Wort Liebe taucht bei Schiller vermutlich häufiger auf, da der Aufhänger bzw. die Story als solche sich um die Beziehung der Moor-Brüder dreht (ja, ich hab noch nicht soooo viel gelesen, ich vermute einfach mal in's Blaue hinein).
Kohlhaas hingegen erzürnt eher über den Staat - wer 'lieb't schon seinen Freund und Helfer ...

3. Geplanter Totschlag = ?
Mord! Wo Liebe ist, ist Hass nicht fern. Bei den Schurken geht es wohl heiß her, das Wort 'Mord' kommt praktisch dreimal so häufig vor wie im Hasenkohl - vielleicht sollte ich doch mal weiterlesen?! (ganz nebenbei: guckt euch AMERICAN GANGSTER an!!)

4. personae (non) gratae
Im "Kohlhaas" ist 'Fürst' ähnlich oft zu finden wie 'Vater' oder auch 'Bruder' (ja, ok, nicht ganz >.<) bei den Räubern - verständlicherweise werden die Handlungsrelevanten Personen sehr häufig erwähnt. Diese Beobachtung sollte man natürlich nicht versuchen bei (Vor)Namen festzustellen - wer 'Kohlhaas' in Schillers "Räuber" sucht kann das tun, bis er den Kohl von unten sieht...

5. klein <=> ?
Da die Nulpe Schiller einen ähnlich limitierten Wortschatz hatte wie sein Schundliteratenkollege Kleist ist bei den beiden das Wort 'groß' praktisch gleichhäufig zu finden.

Danke für die Aufmerksamkeit, und nicht immer alles zu ernst nehmen ;)

ps: Darf ich in meiner nächsten Deutschklausur auch das Wort 'lesbarer' verwenden, oder wird das dann als Angriff auf die Logik gesehen ^^

Mittwoch, 14. November 2007

Kabale gegen Liebe ...

Der von Eifersucht zerfressene Franz schürt eine Intrige (=Kabale) gegen seinen Bruder Karl, indem er sienem Vater, dem 'alten Moor', einen angeblich vom Korrespondendeten erhaltenen Brief verliest, den er in Wirklichtkeit jedoch selbst verfasst hat: Karl habe durch ungezügeltes Verhalten in der Öffentlichkeit Schande in Stadt und Lande über den Namen 'Moor' gebracht. Franz kann nach längerem Einreden seinen in die Jahre gekommenen Vater dazu überreden dem Erstgeborenen, Karl, die Vaterschaft zu versagen sofern dieser nicht sein Verhalten ändere und somit den Namen der Familie wieder in's rechte Licht rücke; Franz möge Karl dies in einem Briefe übermitteln.

Franz' Kabale siegt somit über die Liebe des Vaters zum eigenen Sohn -


Das rundgeschliffene sprachliche Gesamtbild Schillers kann man eigentlich nur bewundern, auch wenn sich mir beim Lesen so einiges wund schleift; die Bildhaltigkeit trägt bei mir bisher nicht zu einer besseren Bildhaftigkeit bei, abermaliges anlesen einer Passage sind noch Alltag ...


Umgehend stellte sich mir beim Lesen die Frage, was in der jüngeren und älteren Vergangenheit zwischen den beiden Brüdern und ihrem Vater alles vorgefallen sein muss, dass Franz das altersbedingt verschlechterte Urteilsvermögen seines eigenen Vaters so schamlos ausnutzt, um sich die "Erstgebohrenheit" zu erschleichen, bzw. was genau er sich davon für Vorteile verspricht (spielt Erbschaft, angesichts des fortgeschrittenen Alters des Moors eine Rolle, oder muss doch die Erde der Vergangenheit aufgewühlt werden um die Wurzeln dieses Übels zu finden?).

Die Frage wer nun Räuber wird oder ist, steht wohl noch genau so offen wie die weitere Entwicklung der Beziehung zwischen den drei Personen, ich freu mich schon auf's weiterlesen (zur Abwechslung scheint diese Schullektüre mit spannungserzeugenden Momenten versehen zu sein, zumindest gebe ich die Hoffnung nicht auf ;)


Interpretatorisch bekommt man spätestens gen Ende des ersten Auftritts in der "w a r u m hat er mich gemacht?"-Passage (S.20, Z.30). Viel mehr, als dass es um die tatsächliche Zeugung eines Lebewesens bzw. die Beweggründe dahinter geht, kann man das ganze noch besser auf die Ebene der Freiheitsaspekts im Handeln und Denken abstrahieren.

=> Vrgl. Wallensteins "Ich müßte die Tat vollbringen, weil ich sie gedacht"

Was ist Intention unseres Handelns, sehen wir die Folgen unseres Handelns ab, oder - noch viel wichtiger:

Entscheiden wir überhaupt selbst über unser Handeln?

Donnerstag, 8. November 2007

Räuber: heute

1te Regel: "Unterschätze niemals dein Opfer!"




2te Regel: "Überlege zweimal, welche Beute dein Raub hervorbringen könnte!"



Ist nebenbei ein meiner Meinung nach sehr gut produzierter und prägnant pointierter (spanischer ?) Kurzfilm.

Mittwoch, 7. November 2007

Here we go ...

Beginnen möchte ich meine Reise in's Ungewisse mit einem Zitat Schillers, das hoffentlich mein Arbeitsmotto für das gleichermaßen gewagte wie interessante Projekt "Räuber-Blog" sein wird...


"Strebe nach Ruhe, aber durch das Gleichgewicht, nicht durch den Stillstand deiner Tätigkeit."


In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel Spaß und Erfolg :)