Dienstag, 8. Januar 2008

La Grande Finale

oder: Wer jetzt nicht (für immer) schläft ist selber schuld! - und ja, es ist Dienstag, und ja, es ist ne unchristliche Zeit >.<

"Hauptsache jeder hat genügend Luft auf der Bühne beim Showlaufen im letzten Aufzug, also mal alle sterben lassen, falls notwendig" hat sich Schiller wohl überlegt, als er sich den Schluss für die Räuber - wahrscheinlich im übelsten Suff und zum Wohlgeruch vermodertert Äpfel - ausgedacht hat.

Karl wartet ungeduldig auf den rückkehrenden Schweizer und vor allem dessen Beute - Franz. Doch dieser Spaß muss ihm vergönnt werden, so teilen es ihm die übrigen, zurückkehrenden Räuber mit. Sie berichten ihm ebenfalls von Schweizers darauffolgenden Selbstmord, doch Karl scheint erleichtert, dass er keine Blutrache hat ausüben müssen.
Er kommt in ein tieferes Gespräch mit seinem Vater, und als dieser voller von seinem eh'mal'gen Sohne Karl berichtet gibt Karl seine Identtät preis und berichtet von seinen Gräueltaten - wozu auch sein Vater einen seiner letzten Atemzüge machen wird.
Amalia hingegen steht zu Karl und dessen Räuberidentität, doch Karl wird von seinen Mannen an den ihn geschworenen Eid erinnert. Amalie bittet Karl sie zu umzubringen - gesagt, getan! Stilecht darf es natürlich auch für Karl kein gutes Ende nehmen, und so liefert er sich den Truppen aus.

Wenn ihr jemanden gefunden habt, für dens ein gutes Ende findet, mir bitte mitteilen: gut, viele standen nie wirklich lange auf der Bühne, aber die meisten stehen nun eh nicht mehr, und die der andere Teil scheint ohne das darzustehen, was sie haben wollen.

Ein meiner Meinung nach großartiges Ende, das Leben ist nunmal kein Zuckerschlecken, und wer sich auf solche Schicksalsspielchen einlässt muss halt damit rechnen mal etwas früher die Radieschen von unten zu betrachten . Klar zieht es da auch andere mit rein, die es vielleicht nicht verdient hätten, aber so ist es nunmal im Leben, und es ist kein Spiel! - oder darf man den Tod im Drama gar nicht als Bestrafung fürs Handeln sehen?

Naja, ich will jetzt nur noch eins sehen, und zwar mein Bett (gut, eigentlich noch mehr, aber ich hab ja ausm Drama gelernt nicht zu viel zu verlangen ;)

PS: Ich bedanke mich recht herzlich für die mir und meinem Blog entgegengebrachte Aufmerksamkeit, und bei all denjenigen, die mich in irgendeiner Form unterstützt haben - ja, und da gehörst auch du zu, Mami!

Montag, 7. Januar 2008

Kein Kain

und Abel

Die Männer sind auf dem Weg zum Schloss, wo grade ziemlich der Punk abgeht. Daniel versucht aus dem Schloss zu flüchten, wird jedoch kurz mit Franz konfrontiert, da dieser wegen seiner durch Gewissensbisse innervierten schlechten Träumen nach dem Pastor rumkrakelend durchs Schloss irrt - obacht, habt Mitleide mit dem armen Manne! Der Pastor Moser kommt alsbald, und verpasst ihm etwas, was man im heutigen Sprachgebrauch wohl gemeinhin Moralpredigt nennt. Franz fragt Pastor Moser nach dem Schlimmsten, womit man sich Gottes Gunst in jedem Falle verspielen würde - als dieser ihm kurzerhand Bruder- und Vatermord nennt und Franz die Räuber näherkommen sieht wählt er den Selbstmord - auch über die letzte Sekunde seines Lebens entscheidet er!
Schweizer, der nun die von Karl aufgetragene Mission nicht überbringen Kann tötet sich ebenfalls selbst.

Schade, so bleibt Karl - und dem Leser - ein "schöner" Kain&Abel-'großer-tötet-kleinen-Bruder'-Mord verwehrt. Naja, typisch Schweizer - zu gemütlich* wenns drauf ankommt...

*Anm. der Redaktion: mit scharfem 'ch', tief aus dem Rachen - versuchen auch Sie es!

>Musste sich Schweizer wirklich umbringen - er war Karls treuester, ehrenvollster Mann. Er hat ja nichts falsch gemacht.

V wie Verschwörung, Vater, Vegetarier - äh, und VENDETTA!

Im Lager der Räuber wartet man bereits auf Karls Eintreffen.
Noch während dessen Abstinenz versucht Spiegelberg Razmann dazu anzustiften Karl umzubringen. Als Schweizer diese Verschwörung mitbekommt schickt er Spiegelberg in die ewigen Jagdgründe, Razmann hingegen nur auf die ewige Jagd - außerhalb der Räuberbande versteht sich.
Karl, wieder angekommen, beginnt abermals seine Räuberdasein kritisch zu reflektieren, entschließt sich, entgegen seines zwischenzeitlichen Selbstmorgedankens, dann aber doch dazu die Tat zu vollbringen und dem Drama dann doch noch ein würdiges Ende zu bescheren ;)
Als man auf Hermann, der den Alten Moor, der in einem Turm verhungern soll, mit Nahrung versorgt, trifft führt er Karl zu seinem Vater. In der Konfrontation berichtet Maximilian von allen Taten Franz', woraufhin es für Karl kein Halten mehr gibt: er beauftragt seinen ehrenvollsten Manne, Schweizer, Karl Franz zu bringen':

Sattelt eure Pferde, wetzt eure Schwerter - und vergesst das Kunsblut nicht, oh ihr tapf'ren Mannen!

P.S. I Love You

Als Graf von Brand geht Karl nun ein letztes Mal zu Amalia um Abschied von ihr zu nehmen. Diese wird eingangs in dergestalt, dass sie ihre Gefühle für den Grafen von Brand realisiert, dargestellt. Doch ein anderer Teil ihres Ich's weist diese zurück, erinnert an Karl und die Liebe zu diesem. Der Graf berichtet, dass auch er unter dem Joch des gebrichenen Herzens zu leiden hat, auch seine Geliebte, Amalia, ist nicht bei ihm. In ihren Schwärmereien spricht Amalia jedoch von einem Karl, der friedvoll war, einem Karl, der der Graf von Brand jedoch nicht mehr ist: er ist ein Mörder, ein Räuber, ein Mann mit Blut und Leid an den Händen klebend.Er belässt Amalia lieber in der verzweifelten Liebe zum alten Karl als sie in die womögliche Verzweiflung der Liebe zu stürzen - sie könnte ihn wahrscheinlich nicht mehr lieben.
Nachdem sie zum Hektorlied angestimmt haben verabschiedet sich der Graf ovn Amalia - vorerst ...?

>Sehr geil konstruierter Auftritt
>Habe irgendwie das Gefühl diese Szene schonmal in nem Film (von Schiller gestohlen, diese zurecht unterbezahlten Drehbuchautoren ;o) gesehen zu haben

Sonntag, 6. Januar 2008

Infernal Affairs

Loyalty. Honor. Betrayal.

Daniel und Karl alias Graf von Brand treffen aufeinander, doch Daniel kann ihn nicht umbringen. Er erkennt ihn als Karl wieder, redet auf ihn ein bis dieser endlich preisgibt wahrhaftig nicht irgendein Graf zu sein sondern sein getreuer Karl. Daniel berichtet Karl von Franz Intrigengewirr und Amalias ewiger Liebe zu Karl, was ihn dazu verleiten lässt der Stadt unverzüglich die Sporen zu zeigen - er beauftragt Kosinksy mit den Vorbereitungen für die Abreise. Lediglich einen letzten Abschied von seiner Amalia möchte er haben, bevor er sie niemals wieder sehen wird.

>Kann Karl die Dinge, die ihn bedrohen (Franz), nicht aus der Welt schaffen?
>Wird Amalia ihn beim zweiten Aufeinandertreffen nicht erkennen?!

"Der Computer ist eventuell gefährdet."

Umgehend nachdem Karl das Schloss betreten hat kommt er mit Amalia in Kontakt, die ihn - überraschenderweise - nicht erkennt. Geschickt testet er durch die an der Wand hängenden Gemälde ihre Treue und ihre Einstellung aus: vor dem Gemälde Karls bricht sie in Tränen aus.
Franz hingegen erkennt seinen Bruder und versucht seinen längst proklamierten Tod nun nachzuholen. Er beauftragt einen seiner treusten Schergen, Daniel, den Grafen von Brand für ihn zu töten. Dieser lehnt jedoch zunächst ab, erst nach einigen Einreden und Drohungen willigt er ein, so dass Franz gen Ende des Auftritts zufrieden von dannen schreitet: er hält seinen Bruder für so gut wie tot, den morastigen Zirkel für geschlossen...


>Franz scheint sich seiner Sache mal wieder sehr sicher, höchstwahrscheinlich zu sicher?!
>Wieso ergibt Karl sich Amalia nicht zu erkennen? Nach ihrem Tränenausbruch kann er sich doch ihrer Treue sicher sein (dass sie nicht unter Franz' Fittiche gekommen ist und ihn verrate)?!

Football's coming home

it's coming home

Die Räuber sind in Karls Heimat angelangt. Dort legt er sich die Deckidentität des mecklenburgischen Grafen von Brands an, lässt sich von Kosinsky als ebendieser am Moor'schen Schloss anmelden.
In einem Monolog verkündet Karl seine Freude über die Heimkehr. Er malt sich seine Zukunft aus, dass er wieder mit Amalia zusammenkommen wird und sein Vater Maximilian wieder Regent wird, bis ihn umittelbar vorm Eingang doch noch die Zweifel über den Erfolg seines Handelns überkommen: er war der glückliche Knabe Karl, nun kehrt er als Mann der Verzweiflung zurück, so gesteht er es sich ein.

>Wie viel Zeit ist überhaupt seit Karls Abwesenheit vom Schloss vergangen? Die Frage der Zeit stellte sich mir eigentlich dauernd, aber hier könnte sie ausschlaggebend sein: glaubt Karl denn wirklich, dass ihn niemand erkennen wird? (dann müsste ja sehr viel Zeit vergangen sein)
>Wird Karl Franz eigenhändig umbringen? (Ich vermute und hoff es mal)